MALEREI IST IMMER ABSTRAKT

Gegenwartskunst aus der Sammlung der Pinakothek der Moderne

STAATSGALERIE MODERNE KUNST
IM GLASPALAST AUGSBURG

bis 07.01.2010

aus dem Faltblatt zur Ausstellung:

"Seit Kandinsky, Malewitsch und Mondrian herrscht die Vorstellung, Malerei sei entweder figurativ oder abstrakt - denn Kunst, so die weit verbreitete Meinung, wende sich der äußeren Welt entweder zu oder ausdrücklich von ihr ab.
Dabei hielt Malerei auch nach der »Erfindung« der Abstraktion durchaus an einem »Gegenstand« fest. Das Augenmerk richtete sich nun allerdings auf Farben, Formen, Spuren, Ornamente oder auf den Malprozess selbst. Der »Gegenstand« war also nicht mehr so leicht zu benennen - wie man es vormals gewohnt war.
Mit dem Auftauchen der Abstraktion veränderte sich auch der Blick auf das so genannte Gegenständliche. Mit den Jahren wurde den Betrachtern immer stärker bewusst, dass auch jede Figuren- oder Raumdarstellung seit jeher einen sehr subjektiven Blick des Künstlers auf die Welt spiegelte, und dieser war stets - ob bewusst oder unbewusst - ein ausschnitthafter, vereinfachender, im Wortsinn: abstrahierender.
Es lässt sich also feststellen: Die Abstraktion ist seit ihrer Einführung in die Geschichte der Kunst ein unscharfer Begriff geblieben. Er hat die Grenzen zur Gegenständlichkeit stets durchlässig gehalten. Malerei, so erkennen wir aus der Perspektive des 21. Jahrhunderts, war und ist, genau genommen, immer abstrakt.
Für eine jüngere Generation von Künstlerinnen und Künstler spielt die einst angenommene und heftig umkämpfte Trennung keine Rolle mehr. Rund 50 Gemälde, die überwiegend in den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts entstanden sind, belegen, wie vielfältig sich das Übersetzen erlebter Wirklichkeit in die Malerei heute gestaltet. Ganz selbstverständlich und ohne großes Aufheben wird dabei das so genannte Gegenständliche, aber auch das vordergründig Gegenstandslose in Frage gestellt."

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Blumentöpfe bewundern, 2008, Acryl auf Karton